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27.11.2008 - Puttgarden - zurück

Ralf Stegner im Gespräch mit Scandlines-Betriebsrat

Die große Sorge, dass die feste Fehmarnbeltquerung das Aus für gut 600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bedeutet, war Thema des Gesprächs, das der schleswig-holsteinische SPD-Landes- und Landtagsfraktionsvor-sitzende Dr. Ralf Stegner beim seinem heutigen (27.11.) Informationsbesuch mit dem Betriebsrat der Firma Scandlines in Puttgarden führte. In Begleitung seiner Fraktionskolleginnen aus Ostholstein und Plön, Regina Poersch, MdL, und Anette Langner, MdL, erörterte Dr. Stegner mit den Betriebsräten Bernd Friedrichs, Rainer Schiwek, Gunda Jührs-Hartmann und Tim Kühl die Auswirkungen der geplanten festen Fehmarnbeltquerung.

Wird der Zeitplan der festen Fehmarnbeltquerung bis 2018 zu halten sein? Werden qualifizierte Fachkräfte schon vorher abwandern? Soll die Fährlinie Puttgarden-Rödby „ausgeblutet“ werden? Ist damit ein Parallelbetrieb von Fähre und Brücke ausgeschlossen? Wären mit dem Einstellen des Fährbetriebs auf der lukrativen Route Puttgarden-Rödby weitere Arbeitsplätze bei Scandlines in Gefahr?

Auch Themen wie der notwendige Ausbau der Hinterlandanbindung oder auch die angekündigte Konkurrenz durch norwegische Fähren wurden angesprochen.

Dr. Ralf Stegner und seine Fraktionskolleginnen zeigten sich sehr beeindruckt von der Arbeit bei Scandlines. Die Fähren seien „sehr gut funktionierende Glieder in der Transportkette“, betonte Rainer Schiwek. Die Vogelfluglinie müsse auch in Zukunft ihre herausragende Bedeutung für die Verbindung der Metropolregionen Hamburg und Kopenhagen behalten, erklärten die Landtagsabgeordneten übereinstimmend. Dabei müsse man auch zur Kenntnis nehmen, dass eine schwimmende Brücke, von der rund 600 Familien leben, bereits vorhanden sei und ein Ausbau der Verkehrsanbindungen auf dem Festland bereits Verbesserungen bringen könnte. Der Ausbau der Hinterlandanbindung stehe in Konkurrenz zu anderen Verkehrsinfrastrukturprojekten in Schleswig-Holstein ebenso wie in der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb Schleswig-Holsteins rangiere der Weiterbau der A 20 eindeutig vor der Hinterlandanbindung einer festen Fehmarnbeltquerung, so die Landespolitiker.

Mit und ohne feste Fehmarnbeltquerung, erklärten sie, müsse der Ausbau des Schienenverkehrs vorangebracht werden; dies geschehe bislang nur halbherzig. Ostholstein und Schleswig-Holstein werden von einer leistungsstarken Vogelfluglinie profitieren, darin war sich die Gesprächsrunde einig. Gerade aus der Wirtschaft werde eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur gefordert.

Bernd Friedrichs beurteilte das Gespräch als ausgesprochen offen und konstruktiv. Der Betriebsrat Puttgarden nutzte die Gelegenheit, um den Mitgliedern der SPD-Landtagsfraktion noch einmal alle aus seiner Sicht positiven Argumente des Fährbetriebes darzustellen. Bernd Friedrichs wörtlich: „Der Betriebsrat Puttgarden bleibt bei seinem Nein gegen eine Feste Beltquerung. Wir werden uns weiter mit Herzblut für die Kolleginnen und Kollegen einsetzen.“

Stegner sagte zu, er und seine Fraktion würden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht im Stich lassen. Es sei dringend erforderlich, sich angesichts der denkbaren unterschiedlichen Szenarien für den Erhalt und gegebenenfalls den Ersatz von Arbeitsplätzen einzusetzen. Hierfür müssten Konzepte erarbeitet werden. „Bei den Bemühungen um die Arbeitsplätze dürfen das Land und die Landesregierung die Hände nicht in den Schoß legen“, erklärte der SPD-Landesvorsitzende.

Der Dialog zwischen der SPD-Landtagsfraktion und dem Betriebsrat soll im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

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MdL Poersch begrüßt die Teilnehmer (10.01.08)
Dr. Ralf Stegner mit dem Betriebsrat der Firma Scandlines
Foto zeigt von links nach rechts: Betriebsrat Rainer Schiwek, MdL Anette Langner, MdL Dr.Ralf Stegner, MdL Regina Poersch, Betriebsräte Bernd Friedrichs, Gunda Jührs-Hartmann und Tim Kühl.