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03.06.2007 - Pressemitteilung - zurück

Fehmarn-Schule ist Vorreiter für längeres gemeinsames Lernen

„Ich freue mich sehr, dass die Gemeinschaftsschule Fehmarn zu den Vorreitern im Land gehört. Denn mit dem Start der Gemeinschaftsschulen beginnt eine neue Ära in unserem Bildungssystem“, erklärt die SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch aus Eutin. Die Gemeinschaftsschule Fehmarn gehört zu den ersten sieben Gemeinschaftsschulen in Schleswig-Holstein, die zum Schuljahr 2007/2008 ihre Arbeit aufnehmen.

Gemeinschaftsschulen, die auf Initiative der SPD im Schulgesetz verankert wurden, seien Ausdruck eines Umdenkens im Schulwesen, so Regina Poersch: Statt früher Selektion nun längeres gemeinsames Lernen, wie die skandinavischen Länder es schon lange machen und womit sie bei den internationalen PISA-Vergleichen auf die obersten Plätze kamen.

Die Gemeinschaftsschule in Fehmarn wird neben der Sekundarstufe I auch eine gymnasiale Oberstufe umfassen. „Damit ist auch zukünftig das Abitur auf der Insel möglich“, freut sich Regina Poersch über die zukunftsweisende Entscheidung der Stadtvertretung Fehmarn.

Es gibt bisher 146 Anmeldungen. Das für die jetzt erteilte Genehmigung erforderliche pädagogische Konzept sieht vor, dass das Lernen in fachlichen und fächerübergreifenden Zusammenhängen und binnendifferenzierten Unterrichtsformen erfolgen soll, die durch individualisierte Organisationsformen geprägt sind. Schwerpunkte des Konzeptes sind Ich-Stärkung sowie Berufsorientierung und -vorbereitung. Die Schülerinnen und Schüler sollen mehr Verantwortung für den eigenen Lernprozess übernehmen. Der 45-Minuten-Takt wird aufgehoben. Notenzeugnisse werden durch Lernberichte ersetzt. Der Zusammenarbeit der Lehrkräfte in einer Klasse und einem Jahrgang kommt mit der Entscheidung für das Team-Kleingruppenmodell ein besonderer Stellenwert zu.

Im neuen Schulgesetz wird die Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers in den Mittelpunkt gestellt, erläutert Regina Poersch. „Wir wollen erreichen, dass Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten besser ausschöpfen können und nicht so früh auf einen Bildungsabschluss festgelegt werden.“ Denn es habe sich gezeigt, dass weniger die Begabung als vielmehr die soziale Herkunft der Kinder maßgeblich darüber entscheidet, welchen Bildungsweg sie einschlagen und damit welche Lebenschancen sie haben. Die Gemeinschaftsschule, grundsätzlich eine offene Ganztagsschule, ist eine Schule für alle Kinder. Diese können hier den Hauptschulabschluss, den Mittleren Abschluss und den Übergang zur gymnasialen Oberstufe erreichen. Sie müssen sich dabei denselben Leistungsanforderungen stellen wie an allen anderen Schulen auch. An Gemeinschaftsschulen unterrichten Lehrkräfte aller Schularten.

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