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07.05..2006 - Pressemitteilung                         zurück

Veränderungen im Bahnverkehr in Ostholstein: Regina Poersch setzt sich für Nachbesserungen ein

Die geplanten Veränderungen im ostholsteinischen Bahnverkehr mit dem Fahrplanwechsel am 28. Mai beschäftigen auch die Eutiner SPD-Landtagsabgeordnete Regina Poersch. "Als Mitglied des Wirtschaftsausschusses gehört dieses unter anderem auch zu meinem Aufgabengebiet. Von der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) erhielt ich auf Nachfrage die nachfolgende Auskunft:"

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[Stellungnahme der LVS:]

Einsatz Doppelstockwagen

Im vergangenen Jahr haben Land, LVS und die Regionalbahn Schleswig-Holstein (RBSH) die Beschaffung von 28 neuen Doppelstockwagen für den Einsatz zwischen Hamburg und Lübeck beschlossen.

Das Ziel des Einsatzes der neuen Doppelstockwagen ist eine deutliche und dringend notwendige Erhöhung der bisherigen Sitzplatzkapazitäten zwischen Lübeck und Hamburg. Bisher verkehren zwischen Hamburg und Lübeck Wendezüge mit fünf konventionellen Wagen (sogenannte Redesign-Silberlinge) mit einer Lok der Baureihe 218, die zur Hauptverkehrszeit um weitere drei Wagen plus 2. Lok verstärkt werden. Insbesondere zur HVZ sind diese Züge sehr stark ausgelastet. Mit Einsatz der Doppelstockzüge werden hier fünf Doppelstockwagen zum Einsatz kommen, die in der HVZ um zwei weitere Doppelstockwagen (auf dann sieben Wagen) + weiterer Lok verstärkt werden.

Durch die bauartbedingt schwereren neuen Wagen erhöht sich das Zuggewicht, so dass sich Fahrzeiten - insbesondere bei kürzeren Haltestellenabständen und häufigen Geschwindigkeitswechseln - verlängern. Würden diese Züge wie weiterhin auch zwischen Kiel und Lübeck verkehren, wäre der Fahrplan auf der eingleisigen und mit nur wenigen Begegnungsbahnhöfen ausgestattete Strecke in seiner bisherigen Form nicht mehr fahrbar, Anschlussverluste in Lübeck und Kiel wären die Folge. Darüber hinaus hätte für die Durchbindung eine nicht unerhebliche Anzahl weiterer Doppelstockwagen beschafft werden müssen, deren Finanzierung leider nicht möglich war.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen konzentriert sich der Einsatz dieser Wagen in der Woche nachfragebedingt auf die Strecke Hamburg - Lübeck. Am Wochenende verkehrt auf der Strecke Hamburg - Lübeck jedoch kein Halbstundentakt, so dass eine Zuggarnitur für eine Verlängerung bis Travemünde zur Verfügung steht. Dies ist jedoch nur deshalb möglich, weil die Strecke von Lübeck nach Travemünde innerhalb einer Stunde hin und zurück befahren werden kann. Angesichts der starken Nachfrage im Bäderverkehr wurde hier an Sommerwochenenden das durchgehende Angebot beibehalten.

Für einen möglichst komfortablen Umstieg von Reisenden von und nach Kiel im Lübecker Hbf wird bei der DB Netz AG derzeit noch an Details der sogenannten "Bahnhofsfahrordnung" gearbeitet. Diese legt im Einzelnen fest, auf welchem Gleis jeder einzelne Zug zum Halten kommt und damit, bei welchen Zügen ein bahnsteiggleichen Umsteig erfolgen kann. Ein Ergebnis - das zunächst baubedingt einigen Abweichungen unterliegen kann - erwarten wir in den nächsten Tagen. Nach Planungen der Regionalbahn Schleswig-Holstein (RBSH) kann der Umstieg in der Woche (Mo-Fr) für die bislang durchfahrenden Züge am gleichen Bahnsteig erfolgen, da sowohl der Doppelstockzug aus Hamburg als auch der Zug aus Kiel jeweils in Lübeck enden und zurückfahren. Schwierig wird es in den Zeitlagen, wo die Züge von Kiel bis Bad Kleinen durchfahren, da hierfür zwei Züge (Richtung und Gegenrichtung) benötigt werden. Gleiches gilt für die an Sommerwochenenden dann stündlich verkehrenden Doppelstockzüge Hamburg - Lübeck - Travemünde. Hier ist es jeweils ein Umstieg nur in einer Richtung möglich, so dass für die nachfrageschwächere Richtung ein Bahnsteigwechsel erforderlich wäre.

Als Kompensation für die fehlende Durchbindung und den künftig vermehrten Einsatz von Triebwagen der Baureihe VT 628 wird die RBSH im Werk Neumünster 17 dieser Triebwagen einer Modernisierung (Redesign) unterziehen. Hierbei wird der gesamte Innenraum aufgearbeitet und mit neuen Sitzen versehen. Zudem erhält der Triebwagen eine mobile Klapprampe für einen bessere Zugang von Rollstuhlfahrern. Der Einsatz ist übrigens nicht nur auf die Strecke Kiel-Lübeck beschränkt, auch andere Strecken wie nach Fehmarn oder Lüneburg profitieren von dieser Auffrischung.

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Neuer Fahrplan Vogelfluglinie

Zur Verbesserung des SPNV-Angebotes auf der nördlichen Vogelfluglinie haben LVS, RBSH und DB Netz in den vergangenen Jahren diverse Varianten untersucht. Die vorhandene Infrastruktur der Strecke lässt durch den abseits der Hauptbahn an einer kurzen Stichstrecke liegenden Stadtbahnhof von Neustadt keine attraktiven Fahrpläne durch eine direkte Fahrt zu. Untersuchungen, die Ende der 60er Jahre stillgelegte Verbindungskurve von Neustadt Richtung Puttgarden wieder aufzubauen, sind zu einem negativen Ergebnis gekommen. Die bishere Betriebsweise, in dem der Zug als "Sägefahrt" nach Puttgarden zunächst zum Stadtbahnhof fährt und dann wieder zum "Güterbahnhof" auf die Hauptstrecke zurückkehrt, hat sich als nicht attraktiv herausgestellt. Auch ließen sich die Fahrten schlecht in den Umsteigeknoten Lübeck einbinden. Ab dem 28. Mai wird auf der Vogelfluglinie daher ein sogenanntes Flügelkonzept umgesetzt.

Hierbei fahren von Lübeck kommend zwei Dieseltriebwagen bis in den vorgelagerten Güterbahnhof, wo sie getrennt werden in Richtung Neustadt Stadtbahnhof und Puttgarden. Umgekehrt werden diese Züge im Güterbahnhof von Neustadt vereinigt. Hierfür sind mit geringen finanziellen Mitteln die vorhandenen Signalanlagen angepasst worden. Der eigentliche Fahrzeitgewinn zwischen Lübeck und Puttgarden beträgt dabei nur einige Minuten, jedoch kann dadurch in Richtung Lübeck ein wesentlich kürzerer Übergang nach Hamburg geschaffen werden, auch für Kunden südlich von Neustadt. Die Gesamtreisezeit verkürzt sich Richtung Hamburg dadurch um rund 15 Minuten. Gleichzeitig kann der geänderte Fahrplan als Grundlage für ein besseres Bahn-Bus-Konzept im Kreis Ostholstein genutzt werden, in dem attraktive Umsteigezeiten zu einem besseren Verkehrsangebot führen können. Der Kreis Ostholstein hat der Autokraft hierzu bereits entsprechende Vorschläge gemacht.

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Regina Poersch: "Dass die überalterten Triebwagen auf der Strecke Kiel-Lübeck schicker werden, kann nur ein Trostpflaster sein. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Tourismusregion Holsteinische Schweiz nicht vom Hamburger Hauptbahnhof und damit vom Fernverkehr abgekoppelt wird. Es ist von großer Bedeutung, dass unsere Gäste bequem, unkompliziert und schnell ihr Reiseziel in der Holsteinischen Schweiz erreichen. Die geplanten Veränderungen bedeuten damit nicht nur für Pendlerinnen und Pendler Verschlechterungen, sondern auch für das Tourismusland Schleswig-Holstein. Sowohl im Wirtschaftsarbeitskreis der SPD-Landtagsfraktion als auch im Wirtschaftsausschuss werde ich mich weiter um dieses Thema kümmern."

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