Titelgrafik - Aktuell
Regina Poersch in der Presse

07.02.2009 - Lübecker Nachrichten -                           zurück

Bericht aus Kiel

Beitrag von Regina Poersch am 07.02.2009 für den "Bericht aus Kiel" , den die LN jeden Samstag veröffentlichen und für den die Landtagsabgeordneten Beiträge liefern: 

Das nahe Ende des Winters bringt es an den Tag: Viele Knicks sind in Gefahr!

Bei allem Wunsch nach größtmöglicher Entbürokratisierung: Umwelt- und Naturschutz brauchen weiter rechtlichen Schutz.

Diesen hat unsere Knicklandschaft in Ostholstein bitter nötig!

Mit Ausnahme der Marsch wird die Agrarlandschaft Schleswig-Holsteins fast überall von einem Knicksystem durchzogen. Knicks (andere Bezeichnung „Wallhecke") dienen zunächst einmal der Abgrenzung der landwirtschaftlichen Flurstücke. Sie prägen darüber hinaus das Bild einer gehölzreichen, vielfältig strukturierten Landschaft - im waldarmen Schleswig-Holstein auch touristisch von Belang. Gleich nach Amtsantritt im Jahr 2005 wurde vom Umweltminister zwar der so genannte „Knickerlass“ als Opfer der so genannten Deregulierungswelle geknickt, der entstandene „rechtsfreie Raum“ führte aber in der Landwirtschaft und in den Behörden zu großer Unsicherheit und infolge dessen der Forderung nach erneuten landesweiten Vorgaben. Leider ist zu beobachten, dass vielerorts das Auf-den-Stock-Setzen, das Knicken der Knicks allzu großzügig ausgelegt wird. Zu gern wird das Holz zu Profit gemacht, verkauft und verfeuert. Unsere Knicks sind allerdings nicht nur Teil unserer Kulturlandschaft, die Schleswig-Holstein für Einheimische und Gäste unverwechselbar und einzigartig ist - Die 45.000 km Knicknetz in Schleswig-Holstein bieten Lebensraum für rund 7.000 Tierarten und sind seit 250 Jahren ein historisches Erbe, das für unser Land auch im Tourismus wirbt und Alleinstellung für Schleswig-Holstein im touristischen Wettbewerb bietet.

Der Erhalt und die Weiterentwicklung eines intakten Knick-Netzes in Schleswig-Holstein ist ein wichtiger Bestandteil für eine lebenswerte Natur und Umwelt und geht uns alle an. Dies hat inzwischen fast alle Köpfe erreicht und verdeutlicht, dass Umwelt- und Naturschutz weiter einen hohen politischen Stellenwert für die Bürgerinnen und Bürger und auch für den Tourismus in Schleswig-Holstein haben muss!